Veranstaltungsdokumentation

Stiftungsforum Rhein-Main

Wiesbaden, 26. April 2016. Das Museum Wiesbaden war Ort des sehr gut besuchten ersten „Stiftungsforums Rhein-Main“, für das die hessenstiftung – familie hat zukunft als Partnerstiftung fungierte. Mit ihrer Idee, Stiftungsexperten und -interessierte zusammenzuführen, haben die Initiatoren, Christoph Michel und Peter Weingärtner vom Wiesbadener Stiftungsführer Verlag, offenbar die Zeichen der Zeit erkannt: Einerseits gewinnen Stiftungen zunehmend an Bedeutung, andererseits stehen sie in Zeiten von Nullzins und demografischem Wandel vor besonderen Herausforderungen.

Den rund 250 Teilnehmern gab Beate Heraeus, Vorstandsvorsitzende der Heraeus Bildungsstiftung, mahnende Worte für die weitere Arbeit mit auf den Weg: „Wir müssen Stiftungen neu denken“, erklärte sie und plädierte für „fähige Aufsichtsgremien, die brennen müssen“, und für ein besseres Stiftungsmanagement, fernab jedweder Eitelkeit von Personen. Gleichzeitig riet sie zur kontinuierlichen Neu-Fokussierung der Stiftungsarbeit, deren Bedeutung Hessens Kultusminister Alexander Lorz zu würdigen verstand. Zwar schaffe der Staat Rahmenbedingungen und sorge fürs Notwendigste, doch „der Staat braucht Partner“, um den vielfältigen und großen Aufgaben gerecht werden zu können. „Stiftungen stehen beispielhaft für die Professionalisierung des Engagements von Ehrenamtlichen“, sagte Lorz, der zugleich stellvertretender Beiratsvorsitzender der hessenstiftung – familie hat zukunft ist.

Kapitalanlage im Niedrigzinsumfeld“, „Gutes anstiften, aber womit?“ und die „Gestaltungsalternativen im Stiftungsrecht“ sowie die Frage nach den Symbiose-Möglichkeiten zwischen Stiftungen und Unternehmen waren einige der Themen, mit denen sich die Teilnehmer des Stiftungsforums in Workshops auseinandersetzten.

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v.l.n.r. Dr. Ulrich Kuther (hessenstiftung - familie hat zukunft), Maria Magdalena Ludewig (Kuratorin der Wiesbaden Biennale), Martin Blach (Kloster Eberbach Stiftung), Dr. Marie-Luise Stoll-Steffan (Regionalkuratorin des IBS/Bundesverband Deutscher Stiftungen), Mark Pawlytta (KPMG Rechtsanwaltsgesellschaft mbH), Rose-Lore Scholz (Stadträtin), Thomas Michel (Die Wiesbaden Stiftung).

Einem abschließenden gemeinsamen Abendessen im Museum ging die von Marie-Luise Stoll-Stefan moderierte Podiumsdiskussion zum „Generationenwechsel in der Stiftungswelt“ voraus. In den Statements der sechs Diskutanten fand sich manches von dem wieder, was Beate Heraeus angemahnt hatte. So plädierte etwa Ulrich Kuther (hessenstiftung - familie hat zukunft) für eine Verjüngung der Stiftungen, die mit der Förderung des Engagements junger Menschen beginnen müsse, während sich Thomas Michel (Wiesbaden Stiftung) für die Erschließung neuer Einnahmequellen, Zusammenschlüsse, Netzwerke und effiziente Verwaltungssysteme aussprach. Auch Martin Blach (Kloster Eberbach Stiftung) hält ein professionelles, wirtschaftlich und kreativ denkendes Management in der heutigen Zeit für unverzichtbar.