Veranstaltungsdokumentation

Kinder mischen mit - Dokumentation

Das Recht des Kindes auf Beteiligung verwirklichen


21./22. Juli 2015. Ein Experiment im Schader Forum: Wissenschaftler diskutieren mit Kindern auf Augenhöhe. Das innovative und zukunftsweisende Format brachte 56 Kinder zwischen acht und vierzehn Jahren und 70 Erwachsene zusammen.

Die Kinderstudien der hessenstiftung – familie hat zukunft und von World Vision zeigen einen Zusammenhang zwischen kindlichen Wohlbefinden und dem Maß, in dem Kinder beteiligt werden. Neben der UN-Kinderrechtskonvention weiterer Anlass für die beiden Organisationen, gemeinsam mit der Schader Stiftung und Outlaw.Die Stiftung einen Kongress zur Kinderbeteiligung zu wagen. Das Experiment lag darin, den Dialog von Wissenschaftler und Praktikern mit Kindern als Experten ihrer Welt und gleichberechtigten Teilnehmern zu gestalten. Schülerinnen und Schüler der Hans-Quick-Schule Bickenbach, der Gutenbergschule Darmstadt-Eberstadt, der Humboldtschule Bad Homburg sowie Hanauer Jugendliche aus dem Kinderbeirat Rhein-Main von Children for a better world waren von Makista e.V. auf die Teilnahme vorbereitet worden.

Schreibgespräch stellt gleiche Augenhöhe her
Auf zehn Themeninseln zu den Lebensbereichen wie Familienalltag, Trennung und Scheidung , Ernährung und Gesundheit, Mein Körper gehört mir, Zeit für mich – Freizeit, meine Stadt, mein Viertel, meine Gegend, Leben außerhalb der eigenen Familie, Schule als Lern- und Lebensraum, Kita als Lern- und Lebensraum und Selbstbestimmung bei der Nutzung von Medien diskutierten Wissenschaftler, Praktiker und Kinder gemeinsam und brachten jeweils ihre Expertise ein. Davor hatten alle die Gelegenheit, sich an zehn Tischen schweigend einen Überblick über die verhandelten Themen zu machen. Im „stillen Schreibgespräch“ entstand tatsächlich Augenhöhe, weil keiner dem anderen ins Wort fiel, keine Redezeit überzogen wurde und doch mit den Tischdecken aufgeschriebenen Fragen, Anmerkungen, Provokationen und Bildern ein erster Dialog geführt wurde. Die meisten Anteile hatten die Kinder.

Für Beteiligungsrechte braucht es keine Erlaubnis
Die zehn Themen steckten die Bereiche ab, in denen es immer wieder um die Grundfrage der Beteiligung der Kinder ging. Prof. Dr. Maywald hatte im Einführungsvortrag deutlich gemacht, dass es nicht darum gehe, dass Kindern mitreden und mitbestimmen dürften. Es muss ihnen keiner erst erlauben, denn haben Kinder ein Recht darauf, ihre Meinung frei zu äußern und angemessen berücksichtigt zu werden. Im Verlauf des Kongresses wurde auch deutlich, dass vielerorts Formen der halbherzigen Beteiligung von Kindern gibt, die Kinder nicht wirklich ernst nehmen, ihnen den Entscheidungsspielraum nicht transparent machten oder sie für eigne Zwecke instrumentalisierten.

Diese Gefahr schwebte auch über dem Kongress. Hat er Kinder instrumentalisiert, damit erwachsene Experten ihre Thesen bestätigt bekämen oder hat er wirklich produktiv Neues durch die formale und inhaltliche Beteiligung der Kinder erreicht? In der Schlussrunde auf dem Podium sagte ein Junge: „Die Erwachsenen haben uns wirklich zugehört!“

Kinderkongress 2015 Gerarts und Kinder

Dr. Katharina Gerarts World Vision Deutschland e.V. und Kinder im Gespräch

Veranstalter

 

Titelbild Kinder mischen mit