Pressemitteilungen Dezember 2016

Familien brauchen neue Kompetenz zu Reaktionen in Echtzeit

Vereinbarkeit 4.0 Thema für 150 Unternehmensvertreter

Frankfurt,- Der Personal-Kongress „Arbeit.Zeit.Familie“ am 8. Dezember 2016 in der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main (IHK) skizzierte die modernen Zielkonflikte zwischen Beschäftigten und Betrieb anhand der Stichworte flexibel, digital und klassisch. Was erwarten Mitarbeiter angesichts der Megatrends Individualisierung und Digitalisierung von ihrem Arbeitgeber – und noch wichtiger: Welche Lösungen gibt es? Neben der IHK waren die hessenstiftung – familie hat zukunft und das Hessische Ministerium für Soziales und Integration die Veranstalter.

„Warum bin ich als junge Unternehmerin ohne Kinder und zu pflegende Angehörige eine wichtige Zielgruppe für diesen Kongress?“, mit dieser Frage begrüßt Marlene Haas, Vizepräsidentin der IHK Frankfurt am Main, die rund 150 Kongress-Teilnehmer in der neuen Arbeitswelt 4.0. Nicht nur neue Technologien, die Globalisierung und der demografische Wandel beeinflussen die Arbeitswelt, sondern auch neue gesellschaftliche Ansprüche und Werte. „Die heutigen Lebensvorstellungen sind vielfältiger geworden und der Wunsch nach mehr Arbeitssouveränität größer. Deshalb können Arbeitgeber heute nicht mehr nur mit den klassischen Statussymbolen Gehalt oder Position innerhalb einer Hierarchie punkten, sondern müssen auch im Hinblick auf einen sich zuspitzenden Fachkräftemangel die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter und potentieller Bewerber stärker berücksichtigen“, so Haas weiter.

Marlene Haas

Marlene Haas Foto (c) Jens Braune del Angel.

Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel aus dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration ist auch Vorstandsvorsitzender der hessenstiftung – familie hat zukunft. Er betonte in seinem Grußwort: „Die meisten Menschen wollen beruflich vorankommen, ohne dabei Familie und Privatleben dauerhaft in die zweite Reihe stellen zu müssen. Die Gestaltung einer familienbewussten und familiengerechten Lebens- und Arbeitswelt, die Eltern eine partnerschaftliche Aufteilung von beruflichen und familiären Aufgaben ermöglicht, ist seit vielen Jahren Schwerpunkt moderner Familienpolitik und ein elementarer Bestandteil der hessischen Fachkräftesicherung. Das Land Hessen hat deshalb gemeinsam mit der Wirtschaft, Gewerkschaften und Verbänden  zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. In diesem Jahr hat das Land beispielsweise 460 Millionen Euro in die Kinderbetreuung investiert. Das sind so viel Mittel wie nie zuvor.“ 

Prof. Dr. Jutta Rump stellt in ihrer Keynote „Vereinbarkeit 4.0: flexibel, digital oder klassisch?“ die lebensphasenorientierte Personalpolitik als strategischen Erfolgsfaktor für Unternehmen vor. Dabei zeigte sie auf, dass es heute nicht mehr nur um Lebenslagen in verschiedenen Altersphasen geht, sondern ebenso um vielfältige individuelle Lebensmuster. Auf Seiten derer, die die Rahmenbedingungen gestalten wie Gesetzgeber und Tarifparteien sei eine neue Zeitpolitik nötig, die moderne Lebensentwürfe mit der Industrie 4.0 zusammenbringe. Auf Seiten der Beschäftigten und damit auch der Familienväter und -mütter geht es um notwendige, neu zu erwerbende Kompetenzen für Reaktionen in Echtzeit und zu einem Leben in Beziehung und Balance.

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Die Hauptrednerin Prof. Dr. Jutta Rump im Kreis der Veranstalter (v.l.n.r.): Dr. Ulrich Kuther (hessenstiftung – familie hat zukunft), Marlene Haas, Vizepräsidentin der IHK Frankfurt am Main, Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel und Elke Malburg, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration, Sebastian Trippen, IHK Frankfurt am Main. Foto (c) Jens Braune del Angel.

Neu für die Kongressreihe „Dialog Beruf&Familie in Hessen“, die bereits seit 2004 läuft: Die hessenstiftung – familie hat zukunft überträgt den Kongress und die Keynote erstmals per Livestream auf der eigenen Website.

Hintergrund:
Mit der Kongressreihe »Dialog Beruf & Familie in Hessen« wollen das Hessische Ministerium für Soziales und Integration und die „hessenstiftung – familie hat zukunft“ seit zehn Jahren mit verschiedenen Partnern deutlich machen, dass Familienpolitik im Zusammenwirken aller gesellschaftlichen Ebenen entscheidend zum Standortvorteil einer Region beiträgt. Die Kongressreihe »Dialog Beruf & Familie in Hessen« wurde 2004 gestartet und zu folgenden Fokusthemen durchgeführt:

• Ein Wettbewerbsvorteil für Unternehmen! (3. Dezember 2004)
• Hochschulen zeigen Profil! (1. Juli 2005)
• Väter werden aktiv! (16. März 2006)
• Kinder bilden - Zukunft schaffen! (6. November 2006)
• Beruf und Pflege (04. September 2008)
• Familienunterstützende Dienstleistungen (12. Oktober 2010)
• Berufliche Potentiale von Alltags- und Familienkompetenzen (26. Oktober 2011)
• Zukunft der Arbeits(zeit)gestaltung: zwischen Fachkräftebedarf und Familienorientierung (13. Mai 2013)
• Familienbewusstsein und Willkommenskultur (14. November 2014)
• Beruf, Familie, Männer (7. Dezember 2015)