Drei Mal „kicken & lesen“ in Hessen
Minister Stefan Grüttner gibt Standorte für das innovative Leseprojekt für Jungen bekannt
Frankfurt, 09.März 2011. Jungen können mit dem Ball zaubern und Tore schießen, lange bevor sie lesen. Viele spielen immer noch Fußball, wenn sie bereits kein Buch mehr aufschlagen. In Bensheim, Dautphetal und Limburg könnte die Geschichte künftig anders verlaufen. Die drei Gemeinden sind Standorte für das Projekt „kicken & lesen“, wie der Beiratsvorsitzende der hessenstiftung – familie hat zukunft, der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner am Mittwoch bekannt gab.
Mit dem Ziel, Jungen aus lesefernen Familien durch Fußball zum Lesen zu motivieren, hatte die hessenstiftung – familie hat zukunft zusammen mit dem FSV Frankfurt 1899 das Projekt „kicken & lesen“ ausgeschrieben.

Von links nach rechts: Geschäftsführer Hessenstiftung Dr. Ulrich Kuther, Projektteilnehmer FSV Bensheim, Beiratsvorsitzender Hessenstiftung Stefan Grüttner, Projektteilnehmer FSV Bensheim, Pojektteilnehmer Dautphetal, Geschäftsführer FSV Jens-Uwe Münker, Pojektteilnehmer Dautphetal, Assistentin Geschäftsführung Hessenstiftung Gabi Degenhardt
„Bildung ist die Eintrittskarte für das Spiel des Lebens, in dem es um Berufswahl, Lebensunterhalt, Familiengründung und letztlich um Sinnerfüllung und Lebensglück geht“, führte Minister Stefan Grüttner aus, als er die drei ausgewählten Standorte bekanntgab. „Mich freut, dass sowohl Bensheim wie Dautphetal und Limburg in ihren Konzepten darlegen, dass sie bei den Jungen aus bildungsfernen Elternhäusern und bei Kindern aus Zuwandererfamilien ansetzen wollen.“ Hier bestehe weiterhin Nachholbedarf. Hessen habe zahlreiche Leseförderungsprojekte aufgelegt, um möglichst allen ein Bildungsticket für die Zukunft mitgeben zu können. Einen weiteren, sinnvollen Baustein stelle das Projekt „kicken & lesen“ insofern dar, als es Jungen bei ihrer Leidenschaft für den Fußball packe und diese Motivation für das Lesen nutze.
Jens-Uwe Münker, Geschäftsführer Organisation des FSV Frankfurt, unterstrich die zusätzlichen Anreiz zur Bewerbung, die sein Verein setzte: „Alle Teilnehmer aus den drei lokalen Projekten laden wir zu einem attraktiven Zweitliga-Heimspiel des FSV Frankfurt ins Frankfurter Volksbank Stadion ein. Der FSV Frankfurt sieht eine wichtige Aufgabe darin, auch die mitzunehmen, die in der Gesellschaft sonst hinten anstehen müssen. Wir möchten mithelfen, Bildung für alle Jugendlichen interessant zu gestalten.“ Je zwei Jungen aus Bensheim, Dautphetal und Limburg werden zudem an der FFH-Fußballschule des FSV Frankfurt in der letzten Sommerferienwoche teilnehmen.

Von links nach rechts: Geschäftsführer BWStiftung Christoph Dahl, Beiratsvorsitzender Hessenstiftung Stefan Grüttner, Geschäftsführer FSV Jens-Uwe Münker, Cheftrainer FSV Hans-Jürgen Boysen
„kicken & lesen“ in Hessen ist ein Projekt der hessenstiftung – familie hat zukunft. Es beruht auf einer Initiative der Baden-Württemberg Stiftung, die das Projekt zusammen mit dem VfB Stuttgart durchführt. Der Geschäftsführer Christoph Dahl freut sich über die neue Kooperation mit der Hessenstiftung: „Was wir 2007 als Pilotprojekt in Baden-Württemberg begonnen haben, geben wir heute gerne als bewährtes und erfolgreiches Projekt nach Hessen weiter. Damit besiegeln wir nicht nur den Projekttransfer, sondern auch eine neue und beispielhafte Zusammenarbeit zweier Landesstiftungen, die sich gemeinsam und länderübergreifend für eine gute Sache einsetzen.“
Die zehntägigen Projekte berücksichtigen didaktisch-methodische Elemente, die phantasievoll Bücherinhalte und Fußball kombinieren. Sie werden in unterschiedlichen Formaten und Kooperationen durchgeführt. Die Jugendpflege Dautphetal mit der Jugendspielgemeinschaft Dautphetal wird das Projekt an fünf Wochenenden im April und Mai durchführen. Die FSG Bensheim hat sich in Kooperation mit der Jugendförderung Bensheim für ein Wochenende und fünf durchgehende Wochentag im gleichen Zeitraum entschieden. Die Stadtjugendpflege der Stadt Limburg legt das Projekt, bei dem sie mit der Sprachwerkstatt Limburg-Nord zusammenarbeitet, in die Sommerferien an zehn durchgehenden Tagen. Jedes Projekt wird von der hessenstiftung – familie hat zukunft mit bis zu 2.000,- Euro gefördert.
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