Alltags- und Familienkompetenzen stärken
Dreieich, 26. Oktober 2011. Familien sind der Kern unserer Gesellschaft. Die Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, Petra Müller-Klepper, erklärte heute anlässlich des Kongresses „Berufliche Potentiale von Alltags- und Familienkompetenzen“ der Reihe „Dialog Beruf & Familie“ in Dreieich: „Eine zukunftsorientierte Familienpolitik muss die Stärkung von Familien als vordringlichste Aufgabe sehen.“ Ziel der Hessischen Landesregierung sei eine aktivierende Familienpolitik, bei der Projekte und Maßnahmen, die Familien zu Gute kommen und sie in den Mittelpunkt gesellschaftlichen Geschehens stellen, unterstützt würden.
Alltags- und Familienkompetenzen stellten dabei einen wichtigen Wert dar, sagte die Staatssekretärin, die zugleich Vorstandsvorsitzende der hessenstiftung – familie hat zukunft ist. „In unserer Gesellschaft werden diese Kompetenzen immer noch viel zu wenig geschätzt.“ Der Dialog-Kongress in Dreieich solle zeigen, dass Alltags- und Familienkompetenzen gerade bei der beruflichen Qualifizierung eine bedeutende Rolle spiele. „Wir brauchen einen Paradigmenwechsel hin zu mehr Wertschätzung von diesen wichtigen Fähigkeiten, auch wenn es darum geht, sich um einen Arbeitsplatz zu bewerben“, so Müller-Klepper weiter.
Nicht mehr das Fachwissen allein zähle, sondern das Erlernen von Kompetenzen, die dazu befähigen, Basiswissen und wichtige Prinzipien anzuwenden, um so eigenständig neue Phänomene zu erschließen und Lösungen zu finden. Die Anforderungen an eigenverantwortliches Lernen und kontinuierliche Weiterbildung im Beruf steige und auch Mobilität und Flexibilität seien für Viele bereits Alltag. Diese Entwicklungen zeigten, hob die Staatssekretärin hervor, dass die Erwartungen auf allen Seiten stetig anwachsen. „Zukunftsorientierte betriebliche Aus- und Weiterbildung muss Alltags- und Familienkompetenzen als besondere Qualifikation anerkennen“, betonte sie. „So können die Unternehmen soziale und kommunikative Kompetenzen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stärken und nutzen.“
„Die Familie ist ein wichtiger informeller Lernort“, unterstrich Petra Müller-Klepper. In der Familie werde von klein auf soziale Kompetenz erworben. Der Dialog-Kongress „Berufliche Potentiale von Alltags- und Familienkompetenzen“ widme sich vor allem der Bedeutung dieser informell erworbenen Kompetenzen für das lebenslange Lernen. „In unserer Gesellschaft gewinnt lebenslanges Lernen zusehends an Bedeutung. Junge Menschen müssen praktisches Alltagswissen und allgemeine Familienkompetenz so früh und umfassend wie möglich erwerben. Sie sind für eine nachhaltige Lebensgestaltung unerlässlich“, betonte die Staatssekretärin.
Der 7. Kongress aus der Reihe „Dialog Beruf & Familie“ des Hessischen Sozialministeriums und der hessenstiftung – familie hat zukunft bietet Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Wirtschaft, Bildungseinrichtungen, Projekten und Initiativen die Möglichkeit, sich darüber zu informieren, wie informell erworbene Kompetenzen gezielt für das Berufsleben genutzt werden können und wie man sie nachweisen und sichtbar machen kann. Im Zentrum des Kongresses steht die Frage, welches Alltagswissen Jugendliche mit in ihre Ausbildung bringen und welche Kompetenzen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Elternzeit in den Betrieb bringen. Auf einem Markt der Möglichkeiten zeigten Aussteller ihre Angebote zur Vermittlung von Alltags- und Familienkompetenzen.
Die Dokumentation zur Veranstaltung finden Sie in den nächsten Wochen auf http://berufundfamilie.imdialog-online.de
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